
Eine neue Studie der Baseler Universität beweist, dass die Lichttherapie bei Schwangerschafts-Blues und Depressionen in der Schwangerschaft hilft.
Nochmal zur Erinnerung: etwa eine von 5 Frauen leidet unter einem leichten Blues oder einer Depression während der Schwangerschaft. Medikamente können für den Fötus große Folgeschäden bedeuten.
Diese Studie bestätigt eine schon lange empfohlene Behandlung. Sehen Sie dazu das Video zu
Lichttherapie und Depressionen vor und nach der Entbindung
Schwangere, die unter depressiven Erkrankungen leiden, aber während der Schwangerschaft die Dosis der Antidepressiva herunterfahren wollen, da sie schädlich für den Fötus sein können, können in der
Lichttherapie eine alternative Behandlungsmethode finden. Dies zeigt die im „Journal of Clinical Psychiatry“ veröffentlichte Studie der Universität Basel, die vom schweizerischen Nationalfond unterstützt wurde.
Eine Depression, die Behandlung erfordert
Etwa 10% der Schwangeren leiden an einer behandlungsbedürftigen Depression.
Wenn diese nicht behandelt wird, kann die Depression der Mutter negative Folgen für das Baby haben, dazu gehören Frühgeburt, Geburtskomplikationen oder geringes Geburtsgewicht. Viele Frauen möchten aber gern auf Antidepressiva während der
Schwangerschaft verzichten, da diese ebenfalls Nebenwirkungen für den Fötus haben können. Jedoch reichen Psychotherapie und andere in diesem Fall benutzte Behandlungsformen allein oft nicht aus.
Die oben genannte Studie, die von Prof. Dr. Anna Wirz-Justice und Prof. Dr. Anita Riecher-Rössler geleitet wurde, zeigt, dass die Lichttherapie eine wirksame Alternative sein kann. Diese Form der Therapie hat sich schon bei verschiedenen Formen von Depressionen als sehr wirksam erwiesen und hat keine Nebenwirkungen für das Baby.
Wirksamkeit der Lichttherapie in 80% der Fälle
An der Studie nahmen 27 Schwangere teil, die an der Universitäts-Frauenklinik Basel sowie in verschiedenen gynäkologischen Praxen in Behandlung waren und eine depressive Symptomatik zeigten und bei denen zusätzliche Untersuchungen an der psychiatrischen Poliklinik durchgeführt wurden.
Diese Frauen wurden in einem sogenannten „doppelblinden“ Protokoll (Psychiater und Behandelte wussten nicht, welcher Gruppe sie angehörten) einer Lampe mit 7000 Lux (entspricht einem sehr erleuchteten Zimmer) oder einer Lampe mit rotem Licht mit einer Intensität von 70 Lux (Placebo) ausgesetzt. Die Patienten wurden regelmäßig jede Woche mithilfe von verschiedenen Fragebögen untersucht und befragt.
Das Ergebnis zeigt, dass das sehr intensive Licht wirksamer ist als ein Placebo. In 80% der Fälle gab es eine Besserung nach fünf Wochen, bei zwei Drittel waren die Symptome komplett verschwunden.
Bei den Patienten, die dem schwachen, roten Licht ausgesetzt waren, verbesserte sich die Symptomatik nur bei 46% und nur bei einem Drittel verschwanden die Symptome ganz.
Die Differenz der Ergebnisse der zwei Gruppen ist statistisch signifikant. Die Lichttherapie könnte also eine wirksame, einfache und kostengünstige, alternative Behandlungsmethode für Depressionen in der Schwangerschaft sein, wobei sie ohne Nebenwirkungen oder Risiken für das Baby ist.
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Lichttherapie.
Quelle: www.krankenpflege-journal.com
Originalartikel: Wirz-Justice A., Bader A., Frisch U., Stieglitz RD., Alder J., Bitzer J., Hösli I., Jazbec S., Benedetti F., Terman M., Wisner K., Riecher-Rössler A.
A randomized, double-blind, placebo-controlled study of light therapy for antepartum depression.
Journal of Clinical Psychiatry epub 5 April 2011, 10.4088/JCP