Saisonale Gemütsstörung
Seasonal Affective Disorder (SAD)

Die saisonale Gemütsstörung, auch
saisonbedingte Depression oder in seiner schwächeren Form
Winterblues genannt, scheint mit dem
Lichtmangel zusammenzuhängen. Es handelt sich dabei um eine Form der
Winterdepression. Bei den meisten Menschen äußert sie sich in einer hohen Empfindlichkeit auf den Jahreszeitenwechsel von Herbst auf Winter. Die damit verbundenen Symptome halten bis zum Frühling an.
Jedes Jahr sind durch die kürzer werdenden Tage und die abnehmende Helligkeit zahlreiche Menschen von dieser saisonalen Gemütsschwankung betroffen (etwa ein Drittel von der echten
saisonal abhängigen Depression und zwei Drittel von ihren schwächeren Anzeichen, die man meistens Winterblues nennt).
Die saisonbedingte Gemütsstörung tritt bei Frauen drei bis vier Mal häufiger auf als bei Männern und beginnt meistens mit etwa dem 20. Lebensjahr. Die saisonale Gemütsstörung kann jeden treffen, selbst Leute, die nicht depressionsanfällig sind. Der Lichtmangel führt zu chemischen Veränderungen im Gehirn, auch bei Menschen, die vorher noch nie unter einer saisonbedingten Depression gelitten haben. Allerdings sind die Menschen, die in der Vergangenheit schon Depressionen gehabt haben, anfälliger.
Gründe für die saisonal abhängige Gemütsstörung
Der Ursprung für die saisonbedingte Gemütsstörung liegt im
Melatonin. Dieses Schlafhormon, das wir gewöhnlich nachts absondern, ist bei Personen, die von der saisonal bedingten Depression betroffen sind, vor allem tagsüber in zu großen Mengen vorhanden. Licht behindert normalerweise die Melatoninproduktion.
Deshalb kann bei Lichtmangel die Melatoninabsonderung tagsüber nicht verhindert werden, was zur Verstellung der biologischen Uhr führt und direkte Auswirkungen auf unsere Stimmung, unseren Schlaf und unseren Appetit hat. Das Schlafhormon Melatonin ist bei Menschen, die unter der saisonbedingten Depression leiden, in sehr großen Mengen vorhanden.
Die Behandlung dieser Menschen durch Lichttherapiesitzungen erweist sich in 80% der Fälle als effektiv. Die
Lichttherapie ist also zweifellos die beste Lösung, um die winterliche Depression zu bekämpfen.
Symptome der saisonbedingten Gemütsstörung
Die saisonale Gemütsstörung kann schwer zu erkennen sein, da zahlreiche Symptome denen anderer Depressionsformen oder bipolarer Beschwerden ähneln. Selbst physische Störungen wie die der Schilddrüse können einer Depression ähneln. Im Allgemeinen weisen Symptome, die in zwei aufeinander folgenden Wintern auftreten und keine andere Erklärung für den Stimmungswechsel und die Änderung im Verhalten haben, auf die saisonbedingte Gemütsstörung hin.
Die große Problematik kommt daher, dass die Krankheit oft unzureichend diagnostiziert wird und die Verwechslung mit einer klassischen
Depression zu Verordnung ungeeigneter Medikamente führt.
Außerdem muss man beachten, dass diese Krankheit unter den Allgemeinärzten noch nicht sehr bekannt ist und die Frage aufwirft, wie es jährlich zu Beginn der Winterzeit zu einer plötzlichen Überkonsumierung von Antidepressiva kommt. Dennoch wurde bisher noch keine Studie über die übermäßige Konsumierung von Antidepressiva und das jährliche Wiederkehren der saisonal abhängigen Depression unternommen. Wir können aber auch nachvollziehen, dass wohl kaum ein Labor daran interessiert wäre, eine Studie zu machen, die zeigt, dass in der Winterzeit zu viele Antidepressiva konsumiert werden.
Zu den Symptomen gehören:
- Umstellung der Ernährung, mit starkem Hang zu süßen und stärkehaltigen Nahrungsmitteln
- Gewichtzunahme
- Energielosigkeit
- Müdigkeit
- Neigung, zu viel zu schlafen und zu spät zu erwachen
- Konzentrationsschwäche
- Reizbarkeit
- Vermeiden von sozialem Umgang
- Angstzustände und Verzweiflung
Im Allgemeinen verschwinden die Symptome der saisonbedingten Gemütsstörung mit dem Frühlingsanfang. Jedoch vermeiden mit der zunehmenden Klimatisierung viele Menschen, vor allem ältere, bis in den Sommer hinein das Licht und darum kann man selbst im Sommer saisonbedingte Gemütsstörungen feststellen.
Die Behandlung der saisonalen Gemütsstörung
Lichttherapiesitzungen scheinen die am besten geeignetste Behandlung zu sein und führen zu guten Ergebnissen mit etwa 80% positiver Ergebnisse.
Diese Sitzungen bestehen darin, sich von einer
Lichtdusche (Lichttherapielampe) bestrahlen zu lassen und somit den Lichtmangel auszugleichen.
Der
Lichtwecker ergänzt ausgezeichnet die Lichttherapiesitzungen. Er ist klinisch getestet worden und hat im Zusammengang mit der saisonalen Depression zu positiven Ergebnissen geführt.