Schlafstörungen behandeln: Schlafmittel
Schlafmittel bei Schlafproblemen
Wie kann man Schlafstörungen behandeln?
Schlafmittel oder Hypnotika sind Medikamente, die zum Schlaf verhelfen. Es gibt verschiedene Typen von Schlafmitteln, die eine unterschiedliche Wirkung haben. Schlafmittel müssen vom Arzt verschrieben werden, da die Nebenwirkungen teilweise sehr stark sind.
Welche Schlafmittel gibt es?
Bei den Schlafmitteln unterscheidet man zwischen Bartibursäure-Abkömmlingen, Benzodiazepinen, Nicht-Benzodiazepin-Agonisten und sonstigen Stoffen.
Barbitursäure-Abkömmlinge
Barbiturate sind die ältesten Schlafmittel. Aufgrund der sehr hohen Nebenwirkungen (starke Müdigkeit am folgenden Tag, Unterdrückung des erholsamen REM-Schlafs, Risiko einer tödlichen Überdosierung), werden diese Medikamente so gut wie nicht mehr verwendet.
Einzig bei therapieresistenten Patienten, d.h. wenn alle anderen Schlafmittel versagt haben, können Barbitursäure-Abkömmlinge eingesetzt werden.
Bekannte Barbiturate sinddie nicht mehr verwendeten Piperidindion-Derivate Methyprylon, Glutethimid und Thalidomid (Contergan®) und die bromierten Harnstoff-Derivate Bromisoval und Carbromal.
Benzodiazepine
Diese Schlafmittelkategorie hat zahlreiche positive Effekte: Benzodiazepine helfen bei Angst, Schlaflosigkeit, Muskelkrämpfen und epileptischen Anfällen. Sie sind die heute gebräuchlichsten Schlafmittel, sind aber verschreibungspflichtig und dürfen nicht länger als vier Wochen eingenommen werden.
Benzodiazepine können zu Abhängigkeit führen, in einigen Fällen können Sie Amnesie (Gedächtnisverlust) hervorrufen, vor allem im Zusammenhang mit Alkoholkonsum.
Benzodiazepine sorgen für eine Verlängerung der Schlafstadien II und III und eine Verkürzung des Stadiums IV. Der REM-Schlaf wird kaum beeinflusst.
Bekannte Benzodiazepine sind Nitrazepam, Triazolam, Flurazepam oder Temazepam.
Nicht-Benzodiazepin-Agonisten
Die heute am meisten verschriebenen Schlafmittel sind die sogenannten Nicht-Benzodiazepin-Agonisten. Sie sind ebenso wirksam wie die Benzodiazepine, jedoch scheinen sie weniger abhängig zu machen und weniger zu Gedächtnisverlust zu führen.
Auch sie sollten nur etwa vier Wochen eingenommen werden.
Zu den Nicht-Benzodiazepin-Agonisten zählen Zopiclon, Zaleplon und Zolpidem.
Sonstige Stoffe
Zahlreiche andere Medikamente haben eine sedierende (beruhigende) Wirkung auf das Gehirn und können als Schlafmittel verwendet werden (es ist sehr viel einfacher das Gehirn zu beruhigen als es anzuregen). Es handelt sich um Neuroleptika und Antihistaminika, die jedoch ebenfalls starke Nebenwirkungen haben (starke Müdigkeit, Gewöhnungseffekt).
Ausserdem werden biologische Stoffe, wie die Aminosäure Tryptophan und das Hormon Melatonin als Schlafmittel verwendet, ebenso das Melatonin-Derivat Ramelteon.
Sind Schlafmittel gut oder schlecht?
Sofern sie kurzzeitig angewendet werden, können Schlafmittel eine Hilfe gegen Schlaflosigkeit sein. Dennoch sollte man Folgendes beachten:
- Der durch die Hypnotika ausgelöste Schlaf ist nicht natürlich. Er verändert das Schlafmusterm in dem er die Dauer der wichtigsten Stadien (REM-Schlaf und Stadium IV) verkürzt.
- Trotz zahlreicher Studien über die nötige Dosis und die Halbwertszeit der Substanz, zeigen sich beim Aufwachen immer unerwünschte Nebeneffekte: Konzentrationsschwierigkeiten, verminderte körperliche und geistige Produktivität, Müdigkeit, Gedächtnisverlust.
- Die meisten Schlafmittel lösen einen Gewöhnungseffekt aus, d.h. sie sind nach einiger Zeit nicht mehr so wirksam.
- Viele Schlafmittel führen zu Abhängigkeit, d.h. sobald der Patient das Medikament absetzt, ist er wieder schlaflos.
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